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Arbeit mit den Frauen
Bau von Zisternen
angepasste Landwirtschaft
Ausbildung + Familien- und Schwangerenbetreuung  + Gesundheitsfürsorge

Webweiser

Polizei gelingt Schlag gegen Holz-Mafia in Brasilien  

 

Verweigertes Menschenrecht auf Trinkwasser

 

 

Partner

Bericht aus Campina Grande (s. PHSA)

 

 

Zeitung

solidariedade Nr. 74 erschienen

 

Protestaktion

Deutsche Massentierhaltung bedroht Südamerikas Regenwald

Aktuell
Casa Nova: Leben im Sertão

Das Leben im Sertão am Beispiel der Menschen in Casa Nova, der Wirkungsstätte von Schwester Helena

 

Die Stadt Casa Nova, im Nordosten Brasiliens, ist eine riesige Gemeinde, bestehend aus einem Stadtkern und 160 Dörfern, auf einem Gebiet von 250 mal 120 km. Sie liegt am Ufer des 400 km langen Sobradinho-Stausees.

Die ländliche Bevölkerung besteht zu 60% aus Analphabeten. Casa Nova ist eine von acht Großgemeinden der Diözese Juazeiro, in der wir viele Projekte fördern. Die Gemeinde Casa Nova liegt auch im Zentrum der Trockenzone Sertão, die so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen. In der Regenzeit (Dezember bis März) gibt es oft sintflutartige Niederschläge. Danach erblüht die scheinbar verdorrte Landschaft in ungeahnter Schönheit. In der folgenden Trockenzeit (April bis November) verdunstet das Wasser, das sich in Tümpeln und Niederungen angesammelt hat und den Wasservorrat für Mensch und Tier darstellt, sehr schnell. Gegen Ende der Trockenperiode leben die Menschen in großer Sorge um ihr tägliches Wasser. Das ist das Umfeld in dem Schwester Helena tätig ist.

 

Trinkwasserversorgung

 

In den unterentwickelten Dörfern - das gilt besonders für die Dürrezone Sertão - gibt es keine öffentliche Trinkwasserversorgung. In der Regel wird das Wasser von Frauen und Mädchen in Eimern auf dem Kopf kilometerweit herangetragen und entstammt irgendwelchen Wasserlöchern. Die Qualität ist entsprechend schlecht. Zur Entlastung der Frauen und für die Bevorratung sauberen Wassers ermöglichen wir durch unser Spendenaufkommen den Bau von Regenwasserzisternen.
Der Niederschlag in den Regenmonaten Dezember bis März eines jeden Jahres wird von den Hausdächern in Zisternen von etwa 16.000 Litern Inhalt geleitet. Das saubere Regenwasser reicht für den Trinkwasserbedarf einer Durchschnittsfamilie während der Trockenmonate von etwa April bis November. Das saubere Trinkwasser vermeidet Gesundheitsschäden und erspart den Frauen viel Zeit und Kräfteverschleiß um Wasser von weit her heran zu tragen. Eine Zisterne erfordert einen Materialaufwand von etwa € 250. Wir fördern in Casa Nova jährlich-den Bau von etwa 30 Zisternen, eine unvorstellbare Freude für 30 Familien. Schwester Helena, unsere Projektpartnerin, sucht die entsprechenden Familien je nach Bedürftigkeit aus.

 

Förderung der Frauenarbeit

 

In dörflichen Regionen gibt es immer noch eine sehr hohe Analphabetenrate von 50 bis

60 %. Entsprechend gering sind die kreativen Möglichkeiten der Bewohner. Betroffen sind vor allem Frauen, die im brasilianischen Patriarchatsystem besonderer Förderung bedürfen. Diese leistet Schwester Helena mit ihrem Pastoralteam, hier z.B. bei der Umbu-Verarbeitung.
Der Umbubaum ist ein besonderer Baum in der trockenen Landschaft. Er hat Knollenwurzeln, ähnlich unserer Dahlien. Sie speichern große Mengen von Wasser und ermöglichen dem Umbubaum, auch in der Trockenzeit reichlich Früchte zu bilden. Diese Früchte wurden bisher bestenfalls gesammelt und am Straßenrand zum Verkauf angeboten. Der Erlös für einen Sack Früchte (etwa 60 kg) beträgt ca. € 1,70. Wenn die Früchte verarbeitet werden, kann man € 43 erzielen. Hier setzt die Arbeit von Schwester Helena an. Ihr Pastoralteam fährt über Land mit Geräten und Zubehör für die Verarbeitung und Vermarktung. Die Frauen lernen selbständiges Handeln auf einem höheren als bisher bekannten Niveau.

 

Ist das noch Leben?

 

Auf ihrem Weg durch die Buschsteppe trifft das Pastoralteam im weiten Stadtgebiet von Casa Nova auf ein Dorf, das bisher nicht besucht wurde: Macambira. Die Dorfbewohner isolierten sich und hatten keine Verbindung mit Menschen aus anderen Dörfern rings umher. Sie lebten von der Jagd und sammelten Früchte und wilden Honig.
Das weitläufige Gebiet des Dorfes liegt in einem Agrarreformprojekt, das ihnen die Sammel- und Jagdflächen wegnahm. Nun herrscht große Armut in Macambira. Schwester Helena traf trostlose Wohnungen, Familien ohne Wasserversorgung und Menschen ohne Perspektive an. Zisternenbau ist nicht möglich, weil es keine ordentlichen Dachflächen zum Auffangen des Regenwassers gibt.
Eine nicht außergewöhnliche Situation in Casa Nova und im trockenen Nordosten Brasiliens.
Auch hier ist unsere Hilfe wieder gefragt.