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27. März 2012
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Schwester Helena spricht mit Dorfbewohnern aus Macambira
2003 hörten wir von Schwester Helena, unserer Projektpartnerin aus Casa Nova (Nordost-Brasilien), von Menschen, die unter primitivsten Umständen (Wohnen, Hygiene, Inzucht, Bildung) im Busch des Sertao (halbtrockenes Klima) leben: Macambira (Google maps).
[Sehen Sie sich dazu bitte die 57 eindrucksvollen Bilder unserer Fotogalerie an... ]
Macambira ist eines der 160 kleinen Dörfer der Stadt Casa Nova, die sich über eine Fläche von 250 mal 120 Kilometer am Ufer des 400 km langen Sobradinho-Stausees erstrecken. Macambira liegt 94 km vom Zentrum entfernt. In der Siedlung lebten etwa 40 Familien mit 200 Personen, sind Nachkommen von Schwarzafrikanern, sehr kontaktarm und überwiegend Analphabeten. Die nicht vorhandene Bereitschaft zur Öffnung und
Mitarbeit hat dann zur Vernachlässigung durch die kommunale Gemeinde geführt.
Mit der Welt um sie herum kamen Die Menschen nicht zurecht: Sie flüchteten vor Fremden in den Busch. Sie waren Einzelgänger, die sich gegenüber der "Außenwelt" völlig abschotteten. Das führte u.a. zur Inzucht, sodass heute in Macambira fast jeder mit jedem verwandt ist.
Die "Häuser" sind weit im Gelände verstreut, aus Lehm gebaut, der im tragenden Flechtwerk bröckelt. Der Boden besteht aus gestampftem Lehm. In den Häusern gibt es weder Stuhl, Tisch, Bett noch Herd. Geschlafen wird auf dem Fußboden, gekocht auf Steinen, wenn es etwas zu kochen gibt.
Es gibt kein Wasser. Die kleinen Caxios (Wasserlöcher) trocknen sehr schnell aus. Dann wird versucht, in entfernten Wasserlöchern Wasser zu finden. Bisher lebten die Familien von der Jagd, die aus Gründen des Naturschutzes verboten wurde. Nun fehlte es fast an Allem.
Mit dem Team um Schwester Helena beschlossen wir, den Bewohnern von
Macambira zu helfen, ihre Menschenwürde wieder herzustellen und sich in
die Gesellschaft zu integrieren.
Zunächst halfen wir mit Kleidung und Lebensmitteln. Es gab viele Hausbesuche und Gespräche in der Gemeinschaft aller Familien.
Gemeinsam wurde überlegt, was zuerst notwendig ist: Reparatur der Häuser; Bau neuer Häuser (Hygiene); Bau eines Gemeinschaftshauses/Schule (Treffpunkt, Unterricht, Alphabetisierung); Roden von Gelände um Gemüse, Obst etc. anzubauen (Nahrung). Eine Tierzucht soll aufgebaut werden.
Dann ging es los: Eigenarbeit beginnt! Fachleute leiten an. Es geht langsam voran, da bisher nur jeder für sich und "von der Hand in den Mund" lebte!
Die "Häuser" sind weit im Gelände verstreut, aus Lehm gebaut, der im tragenden Flechtwerk bröckelt. Der Boden besteht aus gestampftem Lehm. In den Häusern gibt es weder Stuhl, Tisch, Bett noch Herd. Geschlafen wird auf dem Fußboden, gekocht auf Steinen, wenn es etwas zu kochen gibt.
Es gibt kein Wasser. Die kleinen Caxios (Wasserlöcher) trocknen sehr schnell aus. Dann wird versucht, in entfernten Wasserlöchern Wasser zu finden. Bisher lebten die Familien von der Jagd, die aus Gründen des Naturschutzes verboten wurde. Nun fehlte es fast an Allem.
2004 bekamen 13 Familien ein neues Haus mit Regenwasserzisterne und Klo (Hygiene) -- eine Spende der Metallarbeitergewerkschaft von Sao Paulo.
Das von uns finanzierte Gemeinschaftshaus war auch fertig: Ein wichtiger
Impuls für die Entwicklung!
2006 kommt die erste Lehrerin, die in Macambira wohnt. Sie berät die Familien, unterrichtet, sorgt für Motivation und Zusammenhalt. Wir sorgen für die Bezahlung der Lehrerin.
Das Konzept ging auf: Das Gemeinschaftshaus ist Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft, wo man sich gerne trifft zu Gespräch, Fest und Feier. Gemeinsames Lernen und Arbeiten hat die Gemeinschaft gestärkt, aber: Es ist sehr schwer, die Antriebslosigkeit der meisten Bewohner von Macambira zu überwinden, sie zum Lernen zu motivieren und vom "von der
Hand in den Mund" Denken zur Vorausplanung zu kommen.
Folgende Pläne gibt es noch für die Zukunft:
Elektrische Versorgung:
In Macambira gibt es keinen Strom. Ab 18.00 Uhr ist es dunkel.
Unterrichtsbeginn ist 19.30. Das Gemeinschftshaus braucht eine Solarstromanlage. Mit Strom könnten z.B. im Unterricht Medien eingesetzt werden. Auch andere Geräte wären besser einzusetzen. Eine Solaranlage kostet ca. 2 -- 3.000 Euro.
Verkehrsanbindung:
Der Weg zur Stadt -- 94 km -- ist bei den katastrophalen Straßen und Wegen eine "Himmelfahrt". Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist Hin und Zurück an einem Tag kaum zu schaffen.
Ein geländefähiges Fahrzeug wäre ideal, ist aber zur Zeit nicht finanzierbar: Kosten: Etwa 10 -- 20.000 Euro.
Medizinische Versorgung:
Eine Krankenstation in Macambira wäre sinnvoll, aber Personal, Räumlichkeiten, Einrichtung und Medikamente sind vorläufig nicht finanzierbar! Eine Bewohnerin von Macambira "löst" das Problem im Gespräch so: "Was die Gesundheit angeht, scheint es, dass Gott sich um uns kümmern muss, damit wir nicht krank werden".
Energie/Umwelt:
Gekocht wird traditionell noch mit Holz. Solaröfen wären eine gute Alternative, denn sie sind umweltfreundlich: Aber auch hier fehlt das Geld.
Arbeit:
Die Arbeitslosigkeit ist groß, da es kaum Arbeitsplätze in der Region gibt. Selbst wenn es sie gäbe: vielen fehlen die Qualifikationen trotz Alphabetisierung. Hier suchen wir noch nach Lösungen.
Trotz aller Schwierigkeiten und fehlender Finanzen: Die Menschen von Macambira sind aus der Isolierung des Buschlebens herausgekommen und gehen auf dem eingeschlagenen Weg mit Zuversicht weiter!
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