

Webweiser
Polizei gelingt Schlag gegen Holz-Mafia in Brasilien
Verweigertes Menschenrecht auf Trinkwasser
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Bericht aus Campina Grande (s. PHSA)
Zeitung
solidariedade Nr. 74 erschienen
Protestaktion
Weihnachtsmarkt mit Beteiligung der Brasilien-Initiative
Ein Jahr lang haben unsere Aktiven wieder für die neue Saison geplant und gearbeitet. Viele Artikel des täglichen Gebrauchs sind in mühevoller Arbeit in dieser Zeit durch viele fleißige Helfer entstanden und sollen nun öffentlichkeitswirksam auf dem Issumer Weihnachtsmarkt zugunsten unserer Brasilien-Initiative zum Kauf angeboten werden.
Die Erlöse tragen wesentlich zur Finanzierung unserer Projekte bei. Unsere Aktiven würden sich über einen Besuch am Stand sehr freuen.
Hier Ort und Zeit der Aktivitäten:
Die entsprechenden Angaben für 2010 können wir erst im letzten Quartal machen.
Was kann ich tun? Dieses Interview mit Horst Dötsch gibt Antwort
Redaktion solidariedade
Seit Jahren beobachte ich Ihren Stand auf dem Moerser Weihnachtsmarkt
für die Brasilien-Initiative Nordestino e.V. Seit wann unterstützen sie unsere Arbeit
und wie kam es dazu?
Herr Dötsch
Im Sommer 1996 verschickte der Vorsitzende der Brasilien-Initiative,
Herr Riepe, ein Rundschreiben an alle Vorstände der Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands
(kfd), mit der Bitte zu überlegen, ob die kfd bei der Wasserversorgung der Familien
im Nordosten Brasiliens helfen könnte, weil dort besonders Frauen von der täglichen
mühsamen Wasserbeschaffung betroffen sind.
Zu der Zeit war meine Frau Vorsitzende
in der Pfarrgemeinde St. Lucia, Baerl. Sofort wurde im Vorstand beschlossen, dass
bereits am 17. November 1996 ein Basar stattfinden sollte, dessen Erlös dem erbetenen
Zweck zufließen sollte. Es wurden Krippen- und Puppen sowie Arbeiten in Tiffany-Technik
angeboten. Eine Cafeteria mit selbst gebackenen Kuchen rundete das Angebot ab.
Die
spontane Aktion war ein voller Erfolg. Es konnten DM 2.300 für den gewünschten Zweck
zur Verfügung gestellt werden.
Redaktion solidariedade
Ich habe einen Verdacht, den
Sie aber noch bestätigen müssen.
Wie Sie die erste Aktion beschreiben, gab es ja kaum
Vorbereitungszeit. Das führt mich zu der Frage: Wie konnten Sie in der kurzen Zeit
die vielen erforderlichen Artikel für den Basar bereitstellen? Waren Sie in solchen
Tätigkeiten schon eingeübt?
Herr Dötsch
Wir kommen aus der Jugendarbeit und haben schon
seit erdenklichen Zeiten gebastelt und viele Aktivitäten in der Kirchengemeinde unterstützt.
So z.B. vor kurzem die Anschaffung einer kleinen Orgel für eine kleine Kirche in
unserer Pfarrgemeinde. Aber auch für Pfarrfeste, Kindergartenfeste und vieles mehr
sind wir tätig gewesen. Wir können also auf lange Erfahrungen zurückblicken und eine
Aktion darum auch schon Mal spontan gestalten.
Redaktion solidariedade
Sie sprechen
jetzt von „wir“. Wer unterstützt Sie? Wer ist mit Ihnen im gleichen Boot?
Herr Dötsch
Das
ist meine Frau Irma. Sie näht viele Geschenkartikel und verarbeitet vielerlei Früchte,
die uns auch von vielen Bekannten angeboten werden, zu Marmeladen, Säften und Likör,
während die technischen Geschenkartikel wie Tiffany, Windlichter, Weihnachtskarten,
usw. zu meinem Repertoire gehören.
Redaktion solidariedade
Sie haben aber nicht nur
diese eine Aktion für die Brasilien-Initiative Nordestino e.V. durchgeführt.
Herr
Dötsch
Nein! Es folgten viele andere Aktionen. Zuerst wurden wir nach dem ersten Basar
Mitglied bei der Brasilien-Initiative, weil uns die Hilfeleistung für die Kleinbauernfamilien
im Nordosten Brasiliens überzeugte. Daraus folgerten zwangsläufig viele Aktionen,
besonders aber der jährliche Stand auf dem Weih nachtsmarkt Moers, wo wir unsere
schon erwähnten Artikel verkaufen. Es sind übrigens alles Dinge, die wir selbst herstellen.
Darüber
hinaus leisten wir auch Überzeugungsarbeit bei unseren Freunden und Bekannten.
Redaktion solidariedade
So spenden sie Erlöse bei Spielnachmittagen oder verzichten
auf Geschenke bei Geburtstagen, Jubiläen, usw. und bitten statt dessen um Spenden
für die Wasserversorgung im Nordosten Brasiliens. Das „Wir“ schließt insofern also
auch noch mehr Menschen guten Willens ein.
Mich würde noch interessieren welche Erfahrungen
Sie beim Standdienst auf dem Weihnachtsmarkt machen. Gibt es Anerkennung für Ihre
Arbeit seitens der Besucher? Lohnen sich die Mühen des mehrtägigen Standdienstes
in der Winterzeit? Überwiegt das Positive?
Herr Dötsch
Ihre letzte Frage beantworte
ich mit „:ja“, sonst würden wir dieses Arbeit nicht auf uns nehmen. Es gibt viele
Stammkunden, die zu uns kommen, auch um die gute Sache zu unterstützen. Es gibt anerkennende
Worte von Vielen, wenn auch die meisten einfach an günstigen Geschenken interessiert
sind. Natürlich gibt es auch einige die dummes Zeug von sich geben. Das Positive
überwiegt aber. Und auch der Erlös entspricht unseren Erwartungen.
Redaktion solidariedade
Wie
hoch ist dieser denn?
Herr Dötsch
Seit der ersten Aktion im November 1996 haben wir
etwas mehr als 11.000 Euro für die Aufgaben der Brasilien-Initiative Nordestino e.V.
zur Verfügung stellen können. In dem Zusammenhang möchte ich allen danken, die mich
und meine Frau auf vielfältige Weise unterstützt und unser Anliegen mit getragen
haben.
Redaktion solidariedade
Lieber Herr Dötsch, ich danke Ihnen für dieses Interview
und Ihnen und Ihrer Frau im Namen vieler Menschen im Nordosten Brasiliens, denen
Sie durch Ihre Arbeit zu dem wichtigen Gut sauberes Trinkwasser im großen Umfang
verhelfen haben. Ich hoffe, dass Sie auf dem Moerser Weihnachtsmarkt auch in diesem
Jahr wieder viel Anerkennung und Erfolg haben. Ihr Engagement wird dann weiter vielen
Frauen und Mädchen helfen, z.B. durch eine eigene Zisterne, nicht mehr täglich über
weite Wege mühsam schlechtes Trinkwasser holen zu müssen.
Das Interview führte: Werner Wies